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Speicher & Eigenverbrauch

PV-Überschuss für Warmwasser: Heizstab statt Einspeisung

Ein regelbarer Heizstab im Warmwasserspeicher wandelt Solarstrom, den du sonst für 7,70 ct/kWh oder weniger einspeisen würdest, in Warmwasser um. Das lohnt sich vor allem, wenn du mit Gas oder Öl heizt und im Sommer viel Überschuss hast. Mit dem geplanten Ende der festen Vergütung ab 2027 wird dieser Weg voraussichtlich noch attraktiver.

9 Min. LesezeitVon Jona Pakebusch, OurSun Solar · Stand Oktober 2026
Weißes Haus mit rotem Ziegeldach und Photovoltaikmodulen
Inhalt9
  1. 01Wie funktioniert ein PV-Heizstab?
  2. 02Was ist eine Kilowattstunde Überschuss wert?
  3. 03Die richtige Reihenfolge: Haushalt, Speicher, Auto, Wärme
  4. 04Heizstab mit Gas, Öl oder Wärmepumpe?
  5. 05Technische Voraussetzungen und Installation
  6. 06Steuern, Kosten und Fazit
  7. 07Vorlage: Lohnt sich ein Heizstab für dich?
  8. 08Checkliste: Heizstab planen
  9. 09Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Heizstab macht aus 1 kWh Strom etwa 1 kWh Wärme. Er sollte deshalb nur mit Überschuss laufen, den Haushalt, Speicher und Auto nicht brauchen.
  • Stufenlos regelbare Heizstäbe passen ihre Leistung an den aktuellen Überschuss an und vermeiden Netzbezug.
  • Am meisten bringt er in Häusern mit Gas- oder Ölheizung, deren Brenner im Sommer nur für Warmwasser anspringt.
  • Mit Wärmepumpe ist ein Heizstab meist zweite Wahl, weil die Wärmepumpe aus derselben Kilowattstunde ein Mehrfaches an Wärme macht.
  • Heizstäbe gelten steuerlich nach bisheriger Auslegung nicht als wesentliche Komponente der PV-Anlage. Kläre die Umsatzsteuer im Einzelfall.
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Wie funktioniert ein PV-Heizstab?

Ein Heizstab ist im Prinzip ein großer Tauchsieder. Er wird in einen vorhandenen Warmwasserspeicher oder Pufferspeicher eingeschraubt und erhitzt das Wasser elektrisch. Neu ist die Regelung: Ein PV-Heizstab bekommt nur dann Strom, wenn deine Anlage mehr erzeugt, als im Haus gerade gebraucht wird.

Dafür gibt es zwei Bauarten:

  • Gestufte Heizstäbe schalten feste Leistungsstufen zu, zum Beispiel 1, 2 oder 3 kW. Ist der Überschuss kleiner als die nächste Stufe, bleibt diese aus. Ein Teil des Überschusses geht dann weiter ins Netz, oder der Heizstab zieht kurzzeitig Netzstrom.
  • Stufenlos regelbare Heizstäbe passen ihre Leistung fließend an den Überschuss an. Bei 800 W Überschuss heizen sie mit 800 W, bei 2.500 W mit 2.500 W. So wird der Überschuss fast vollständig genutzt, ohne Strom aus dem Netz zu ziehen.

Die Regelung braucht eine Information darüber, wie viel Strom gerade ins Netz fließt. Diese kommt entweder vom Energiemanagement des Wechselrichters oder von einem eigenen Strommesser am Hausanschluss. Moderne Systeme kommunizieren über das Heimnetz mit Wechselrichter und Speicher.

Ein bekannter Hersteller solcher Geräte ist my-PV aus Österreich. Das Unternehmen bietet stufenlos regelbare Heizstäbe und Leistungssteller für bestehende Heizstäbe an, die mit vielen Wechselrichtern zusammenarbeiten. Auch einige Speicherhersteller haben eigene Lösungen für Wärme im Programm, etwa EcoFlow mit Komponenten rund um PowerOcean. Welche Kombination funktioniert, hängt vom Wechselrichter und seiner Schnittstelle ab.

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Was ist eine Kilowattstunde Überschuss wert?

Die Wirtschaftlichkeit eines Heizstabs ergibt sich aus einem Vergleich: Was bekommst du für eine eingespeiste Kilowattstunde, und was kostet dich die Wärme, die der Heizstab ersetzt?

Wert der Einspeisung: Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 beträgt die Vergütung bei Teileinspeisung nach aktuellem Stand 7,70 ct/kWh. Laut Regierungsentwurf zur EEG-Novelle sollen neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 nur noch eine befristete Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate erhalten. Danach wäre eingespeister Strom ohne Direktvermarktung kaum noch etwas wert. Das ist nach Stand 23.10.2026 noch nicht beschlossen.

Wert der ersetzten Wärme: Eine Gas- oder Ölheizung braucht für 1 kWh Warmwasser mehr als 1 kWh Brennstoff. Im Sommer, wenn der Kessel nur für Warmwasser kurz anspringt, ist der Wirkungsgrad oft deutlich schlechter als im Winter. Rechne als grobe Annahme mit Wärmekosten von etwa 10 bis 15 ct pro Kilowattstunde Warmwasser. Der genaue Wert hängt von deinem Brennstoffpreis und deinem Kessel ab.

Jede Kilowattstunde Überschuss im Heizstab bringt dir damit grob 2 bis 8 ct Vorteil gegenüber der Einspeisung heute. Fällt die Vergütung weg, steigt der Vorteil auf den vollen Wert der ersetzten Wärme. Ein Vierpersonenhaushalt braucht für Warmwasser grob 2.000 bis 3.000 kWh Wärme pro Jahr. Einen guten Teil davon kann der Heizstab zwischen April und September übernehmen.

Diese Rechnung zeigt auch: Der Heizstab ist eine günstige Ergänzung mit überschaubarem Effekt. Er ersetzt keinen Speicher, der Strom mit dem vollen Strompreis bewertet. Warum der Speicher Vorrang hat, erklärt der Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher?.

Fachwerkhaus mit Full-Black-Photovoltaikanlage auf dem Dach
Fachwerkhaus mit Full-Black-Photovoltaikanlage auf dem Dach
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Die richtige Reihenfolge: Haushalt, Speicher, Auto, Wärme

Überschuss ist nicht gleich Überschuss. Ein gutes Energiemanagement verteilt den Solarstrom nach einer klaren Rangfolge. Maßstab ist, welche Nutzung pro Kilowattstunde am meisten spart.

  • 1. Haushalt: Direkter Verbrauch spart den vollen Strompreis.
  • 2. Stromspeicher: Gespeicherter Strom ersetzt abends ebenfalls Netzstrom zum vollen Preis.
  • 3. E-Auto: Überschussladen ersetzt Netzstrom an der Wallbox oder teurer Ladesäule. Mehr dazu im Ratgeber Wallbox und PV-Anlage.
  • 4. Wärmepumpe: Wenn vorhanden, macht sie aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärme.
  • 5. Heizstab: Er nimmt auf, was danach noch übrig ist, und ersetzt Gas, Öl oder im Notfall die Wärmepumpe.
  • 6. Einspeisung: Was dann noch bleibt, geht ins Netz.

In der Praxis heißt das: An einem sonnigen Junitag ist der Speicher oft schon am späten Vormittag voll. Wenn das Auto nicht zu Hause ist, bleiben über Mittag mehrere Kilowatt Überschuss. Genau diese Stunden füllt der Heizstab.

Die Rangfolge lässt sich in den meisten Energiemanagern einstellen. Manche Haushalte geben dem Auto Vorrang vor dem Speicher, wenn es tagsüber nur kurz zu Hause ist. Wichtig ist, dass der Heizstab niemals Netzstrom zieht, nur weil das Wasser kalt ist. Für diesen Fall bleibt die normale Heizung zuständig.

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Heizstab mit Gas, Öl oder Wärmepumpe?

Wie sinnvoll ein Heizstab ist, hängt stark von deiner Heizung ab.

Gas- oder Ölheizung: Hier spielt der Heizstab seine Stärken aus. Im Sommer muss der Kessel oft nur für Warmwasser anspringen. Das sind viele kurze Brennerläufe mit schlechtem Wirkungsgrad und Verschleiß. Übernimmt der Heizstab das Warmwasser an sonnigen Tagen, bleibt der Kessel häufig wochenlang aus. Das spart Brennstoff und schont die Anlage.

Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom etwa 3 bis 4 kWh Wärme. Ein Heizstab schafft nur 1 kWh. Solange die Wärmepumpe läuft, ist es deshalb sinnvoller, sie mit dem Überschuss zu betreiben. Viele Wärmepumpen haben dafür eine Schnittstelle zum Energiemanagement und heben bei Überschuss die Warmwassertemperatur an. Ein Heizstab ist hier eine Ergänzung für sehr hohe Überschüsse oder für eine gelegentliche Legionellenschaltung. Wie beides zusammenpasst, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Elektrischer Durchlauferhitzer: Wer Warmwasser über einen Durchlauferhitzer bereitet, hat keinen Speicher, in den ein Heizstab passt. Hier wäre zusätzlich ein Warmwasserspeicher nötig. Das lohnt sich meist nur im Zuge einer größeren Modernisierung.

Pufferspeicher: Ein Heizstab im Pufferspeicher kann im Frühjahr und Herbst auch etwas Heizwärme liefern. Der Effekt ist begrenzt, weil in dieser Zeit weniger Überschuss anfällt.

Haus mit Ziegeldach, roter Fassade und Terrasse mit PV-Anlage
Haus mit Ziegeldach, roter Fassade und Terrasse mit PV-Anlage
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Technische Voraussetzungen und Installation

Bevor du einen Heizstab planst, sollten ein paar Punkte geklärt sein.

  • Speicher mit freier Muffe: Der Warmwasser- oder Pufferspeicher braucht einen passenden Anschluss für den Heizstab. Viele Speicher haben eine Muffe mit 6/4 Zoll. Die Einbaulänge muss zur Speichergröße passen.
  • Temperaturbegrenzung: Der Heizstab braucht einen Sicherheitstemperaturbegrenzer. Die maximale Temperatur sollte zur Speicherisolierung und zum Verbrühschutz passen. Ein Mischventil am Ausgang begrenzt die Temperatur an der Zapfstelle.
  • Elektrischer Anschluss: Heizstäbe mit mehreren Kilowatt brauchen eine eigene, abgesicherte Zuleitung. Der Anschluss gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.
  • Kommunikation: Der Heizstab oder sein Leistungssteller muss den aktuellen Überschuss kennen. Kläre vorab, ob er mit deinem Wechselrichter von Sigenergy, Huawei, Sungrow, Fronius, FoxESS oder EcoFlow direkt zusammenarbeitet oder einen eigenen Zähler braucht.
  • Leistung: Für ein Einfamilienhaus reichen meist 2 bis 3,5 kW. Größere Leistungen bringen nur bei sehr großen Anlagen zusätzlichen Nutzen.

Der Heizstab ist eine elektrische Verbrauchseinrichtung im Haus. Er fällt nach unserem Verständnis nicht unter die steuerbaren Verbraucher nach § 14a EnWG, die für Wärmepumpen und Wallboxen gelten. Wenn du unsicher bist, frag bei deinem Netzbetreiber nach. Mehr zu den Regeln liest du im Ratgeber zu § 14a EnWG.

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Steuern, Kosten und Fazit

Für PV-Anlagen auf Wohngebäuden bis 30 kWp gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent. Das betrifft auch wesentliche Komponenten wie Wechselrichter und Speicher. Ein Heizstab gilt nach bisheriger Auslegung der Finanzverwaltung nicht als wesentliche Komponente. Er wird dann mit regulär 19 Prozent Umsatzsteuer berechnet. Diese Einordnung solltest du im Einzelfall mit deinem Steuerberater klären. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik und Steuern.

Zu den Kosten gehören Heizstab oder Leistungssteller, gegebenenfalls ein eigener Zähler, Elektroinstallation und Einbau in den Speicher. Im Vergleich zu einem Batteriespeicher ist das eine kleine Investition. Konkrete Preise nennen wir dir im Angebot, weil der Aufwand stark vom vorhandenen Speicher abhängt.

Unser Fazit: Ein regelbarer Heizstab ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn du mit Gas oder Öl heizt, einen Warmwasserspeicher mit freiem Anschluss hast und im Sommer regelmäßig Überschuss einspeist. Er ersetzt weder Speicher noch Wärmepumpe. Er sorgt aber dafür, dass möglichst wenig Solarstrom für wenige Cent ins Netz fließt. Mit dem geplanten Ende der festen Einspeisevergütung für Neuanlagen wird dieser Gedanke ab 2027 voraussichtlich wichtiger.

Wie viel Überschuss deine Anlage erzeugt, siehst du im Solarrechner. OurSun Solar hat über 100 Anlagen in Ostwestfalen-Lippe verbaut und plant Heizstäbe von my-PV auf Wunsch gleich mit.

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Vorlage: Lohnt sich ein Heizstab für dich?

Trage deine Werte ein. Wärmekosten erhältst du aus Brennstoffpreis und geschätztem Wirkungsgrad deines Kessels im Sommer.

Vorlage zum Ausfüllen
HeizungWarmwasser pro Jahr (kWh)Davon per Heizstab (kWh)Wärmekosten (ct/kWh)Vergütung (ct/kWh)Vorteil pro Jahr (€)
Gas-Brennwert2.5001.200127,70ca. 50

Beispielwerte, Stand Oktober 2026. Vorteil = Menge x (Wärmekosten minus Vergütung). Ohne feste Vergütung ab 2027 wäre der Vorteil im Beispiel bei rund 145 €.

Checkliste: Heizstab planen

Hake ab, was du schon geklärt hast.

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Häufige Fragen

Das hängt von Überschuss und Speichergröße ab. Ein 300-Liter-Speicher braucht für eine Erwärmung um 35 Grad etwa 12 kWh. An einem sonnigen Sommertag mit mehreren Kilowatt Überschuss über einige Stunden ist das gut erreichbar. In den Wintermonaten reicht der Überschuss in OWL dafür meist nicht.

Solarrechner

Wie viel Überschuss erzeugt dein Dach?

Im Solarrechner siehst du, wie viel Strom deine Anlage im Jahr erzeugt. Heizstab und Warmwasser planen wir im Angebot mit dir.

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